Hier kann man sich die Zähne ausbeissen - here you can bite your teeth!

Um mit den Männern ins Gespräch zu kommen, werden zusammen mit Dayka Yara, der sogenannten «mother of peshmerga», kleine Geschenke vorbereitet. (Duschmittel, Seife usw.)

To get into conversation with the soldiers, little presents are being prepared together with Dayka Yara, "mother of peshmerga". (Shower, soap, etc.)

Der General Sheikh Lqman (ganz rechts) hilft selbst beim Verteilen mit.

General Sheikh Lqman (far right) helps with distribution.

Im Gespräch an einem der unzähligen Checkpoints in Bashiqa.

Talking at one of the countless checkpoints in Bashiqa.

Empfang bei General Ba Bakr (in Kurdenkostüm, dritter von Links) am Fesh Habour checkpoint.

Alle Bilder: khaima

Welcome at General Ba Bakr (in Kurdish costume, third from left) at the Fesh Habour checkpoint.

All pictures: khaima

Interreligiöse Gespräche an Peshmerga Grenzposten

 

von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort

 

Als Einsatzleiter einer Organisation hat man natürlich oft die Tendenz, nur über die Erfolgserlebnisse zu berichten. Die anderen Ereignisse nimmt man in Kauf. Die folgende Erfahrung stimmt nachdenklich…

 

Seit dem Referendum am 25.9. 2017 ist alles anders: Die so siegesgewissen Kurd/Innen finden seither aus dem irakischen Druck und der internationalen Interesselosigkeit nicht mehr heraus.

93 Prozent hatten für ein unabhängiges Land vom Irak gestimmt, die internationale Gemeinschaft folgte nicht, aus Angst, die Kurden im Iran, Aserbeidschan, Syrien und der Türkei könnten dieselben Bestrebungen haben.

So vermochte die irakische Armee (nach der Eroberung Mossuls noch immer im Norden vertreten), verstärkt durch die iranische «Volksmobilisierung» (Hashd ash shabi) und die libanesische Hisbollah das kurdische Gebiet im Nordirak in die Knie zwingen: der Flughafen Erbil ist noch immer geschlossen, die Türkei hat jegliche Bankgeschäfte mit Kurdistan verboten und das grosse Kurdistan ist auf ein Gebiet vor 2003 zusammengeschrumpft. Wer nach Mossul will, ins Sindjargebirge oder ausreisen, braucht ein irakisches Visum, persönlich abzuholen in Bagdad oder Mossul, nur jeweils 1 Monat gültig für alle Hilfsorganisationen.

Hilfe im Sindjargebirge ist kaum noch möglich, selbst das ICRC erhält nicht einmal Antwort aus Bagdad. Die Hilfe in Mossul ist ebenfalls schwierig und wird behindert durch neue Gesetze und an die 25 Checkpoints von Dohuk bis Mossul.

 

Am schlimmsten sieht es mit den Soldaten aus: alle haben sich positioniert, irakische Armee, Hashd ash shabi und die kurdischen Peshmerga. Viele Tote haben Verbitterung gebracht, Hass und Misstrauen.

Obwohl sich Kurdistan so viele Soldaten an der «Grenze» gar nicht finanziell leisten kann, wurde der Lohn einfach gedrittelt und noch immer Verteidigung auf hohem Niveau propagiert. Obwohl es gar nichts zu verteidigen gibt, alles ist ruhig.

 

khaima als schweizerische Hilfsorganisation mit dem Ziel, auch das Zusammenleben und den Dialog zwischen den Religionen zu fördern, startete also den Versuch, die Peshmerga Grenzposten zu besuchen, ins Gespräch zu kommen und auch die Generäle zu einer Äusserung zu bewegen. Ein Hilfspaket für die Soldaten öffnet die Münder.

Fazit: Es ist zum «Zähne ausbeissen». Sowohl die Generäle Ba Bakr und Sheikh Luqman machten klar, dass ein «runder Tisch mit dem Iran und Bagdad» ausser Reichweite sei. Und zu tief sitzen die Wunden auch bei den Soldaten: sie haben gute Freunde, Brüder, Verwandte im Oktober bei den schlimmen Angriffen verloren. Und doch: Niemand hat eine Alternative zu einem runden Tisch. Die Generäle schieben den Ball den Politikern zu; die meinen, der Rat der Generäle sei entscheidend.

Vielleicht kann die Schweiz ihre Vermittlungsdienste auch hier nützlich einsetzen…khaima wird weiterhin Besuche und Gespräche starten…

Interreligious talks at Peshmerga border post

 

From Andreas Goerlich, Local manager

 

Of course, as the head of an organization, there is often a tendency to report only on the success stories. The other events are accepted.

The following experience is thoughtful ...

 

Since the referendum on 25.9. everything is different: Since then, the Kurds who are so confident in their victory have not found their way out of Iraqi pressure and international disinterestedness.

 

93 percent had voted for an independent country from Iraq, the international community did not follow, fearing that the Kurds in Iran, Azerbaijan, Syria and Turkey could have the same ambitions.

 

Thus, the Iraqi army (after the conquest of Mosul still represented in the north), reinforced by the Iranian "popular mobilization" (Hashd ash shabi) and the Lebanese Hezbollah could bring the Kurdish area in northern Iraq to its knees: The Erbil airport is still closed Turkey has banned all banking business with Kurdistan and Kurdistan has shrunk to a pre-2003 area. Anyone who wants to go to Mosul, to the Sindjar mountains or leave the country needs an Iraqi visa to personally pick up in Baghdad or Mosul, only valid for one month at a time for all relief organizations.

 

Help in the Sindjar mountains is hardly possible, even the ICRC does not even receive an answer from Baghdad. The help in Mosul is also difficult and hampered by new laws and the 25 checkpoints from Dohuk to Mosul.

 

The worst thing is with the soldiers: All have positioned themselves, Iraqi army, Hashd ash shabi and the Kurdish Peshmerga. Many dead have brought bitterness, hatred and mistrust.

 

Although Kurdistan cannot afford so many soldiers on the "border" at all, the wage was simply cut in thirds and defense is still being propagated at a high level. Although there is nothing to defend, everything is quiet.

khaima as a Swiss aid organization with the aim to promote the coexistence and the dialogue between the religions, therefore started the attempt to visit the Peshmerga border post, to get into the conversation and also to move the generals to a statement. An aid package for the soldiers opens the mouths.

 

Conclusion: It is to bite the teeth. Generals Ba Bakr and Sheikh Luqman made it clear that a "round table with Iran and Baghdad" was out of reach. And the wounds are also too deep for the soldiers: they lost good friends, brothers, relatives in October during the terrible attacks. And yet: Nobody has an alternative at a round table. The generals push the ball to the politicians; those think that the advice of the generals is decisive!

 

Maybe Switzerland can also make useful use of its diplomatic services here ...

khaima will continue its visits and talks.

 


Es kommt ein Schiff geladen… THERE COMES A SHIP A’LADEN…

Die chaldäische Kirche


Zerstörte Brücken


Das Dach des ehemaligen Einkaufszentrums als Richtstätte

Segen und Fluch in Mossul - weshalb Hilfe Not tut!

 

von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort

 

Der erste Anblick in der Innenstadt von Mossul lässt aufhorchen: Eine Kirche, bestehend aus alten braunen und neuen weissen Mauern, bietet nach dem Massaker von ISIS einen überraschenden Anblick: SCHIFF heisst diese chaldäische Kirche, deren Aussenmauern bestehen blieben und deren zerstörter Innenraum frisch renoviert wurde (siehe Bild).

 

Die Fahrt über eine der zerstörten Brücken, die durch eine Metallkonstruktion notdürftig geflickt wurde, eröffnet den Blick auf die zerbombte Altstadt. Nicht nur 300 Schulen wurden fast vollkommen zerstört, auch die Häuser, Wasserleitungen und Stromkabel liegen quer und einsam in der Landschaft. Aber selbst in Ruinen haben die Bewohnenden von Mossul einen kleinen Markt (Bazar) eingerichtet, was für die arabische Kultur so viel wie LEBEN bedeutet.

 

Fährt man an dem grössten Einkaufszentrum vorbei, sieht man die Menschen ihr Gesicht verhüllen. Hier wurden über zwei Jahre lang die «Verurteilten» vom Dachstock in die Tiefe gestossen – keiner überlebte… Die verwesenden Körper liess man zur Abschreckung dort liegen; Bestattung durfte für solche Menschen kein Thema sein.

Blessing and curse in Mosul. Which is why help is needed

 

From Andreas Goerlich, Local manager

 

The first sight in downtown Mossul makes one look and take notice: A church, consisting of old brown and new white walls, offers a surprising sight after the ISIS massacre: SHIP is the name of this Chaldean church whose outer walls have remained intact and whose destroyed interior has been recently renovated (see image).

 

 

The drive over one of the destroyed bridges, which was patched by a metal construction, opens the view of the bombed old town. Not only 300 schools were almost completely destroyed, but also the houses, water pipes and power cables are scattered and lonely in the landscape. But even in ruins, the inhabitants of Mosul have set up a small market (bazaar), which means for the Arab culture as much as LIFE.

 

 

 

If you drive past the largest shopping center, you can see people covering their faces. Here, for more than two years, the "convicts" were pushed down from the attic floor - no one survived ... The decaying bodies were left there as a deterrent; Burial was not allowed to be an issue for such people.



Eine von rund 300 zerstörten Schulen

Andreas Goerlich und der örtliche Schulmanager (ganz links)

Alle Bilder: khaima


Beim Augenschein einer grossen zerstörten Schule erzählt der Schulmanager: «Badgad will die Schule vielleicht in 3-4 Jahren wieder aufbauen. Wenn wir Zelte oder Container zum Unterricht aufstellen würden, gäbe es gar keine Renovation». Und leise fügt er die eigentliche Katastrophe bei: «Stellen Sie sich vor, dass in den Kinderköpfen 3-4 Jahre nur Gedanken der ISIS bleiben, was haben wir dann für eine Gesellschaft»?!

 

Traurig sieht auch das Budget des Irak aus für das Jahr 2018 aus - trotz der zurückgewonnenen Ölfelder von Kirkuk. Obwohl Mossul 11% der Bevölkerung stellt und eine halbe Million wieder dort wohnen, hat das Parlament nur ein Budget von 0,7% des Staatshaushaltes für Mossul vorgesehen – eine schiitische Ohrfeige für das immer noch sunnitische Mossul. Man hat zwar die Stadt zurückerobert, aber die Versöhnungs-Hausaufgaben nicht gemacht…

 

«Die Europäer helfen uns nicht, sie denken noch immer, dass wir eine ISIS Stadt sind. Was haben wir für Möglichkeiten? Die nächste radikale Gruppe wird sicher kommen»…

 

Auf der Fahrt zurück zeigt ein Weihnachtsstern gen Abendhimmel. Die ausgebombte Kirche ist zwar noch immer Hauptsitz des NSS IRAQ (Nationalen Sicherheits Service), aber ein Stern zeigt ganz klar: «Das isch dä Schtärn vo Bethlehem…»

At the inspection of a large destroyed school, the school manager says: "Bagdad wants to rebuild the school in 3-4 years. If we put tents or containers to guarantee the lessons, there would be no renovation ». And quietly he adds the real disaster: "Imagine, that in the children's minds 3-4 years remain only thoughts of ISIS, what kind of society will we have then?"

 

 

 

Sadly, Iraq's budget also looks set for 2018 - despite the Kirkuk oilfields recovered - although Mosul represents 11% of the population and half a million people live there, Parliament has a budget of just 0.7% of the population State budget for Mosul - a Shiite slap for the still Sunni Mosul. The town was recaptured, but the reconciliation homework was not done ...

 

 

 

 

 

"The Europeans do not help us, they still think that we are an ISIS city. What do we have for possibilities? The next radical group will come for sure »...

 

 

On the way back a big start appears at a building on the evening sky. The bombed-out church is still the headquarters of the NSS IRAQ (National Security Service), but one star clearly states, "This is the star of Bethlehem ...»


Bildung als effektivste Massnahme

 Kinder können wieder die Schule besuchen. Children can return to school.

Kinder und Jugendliche wurden mit Fassbomben oder Säure entstellt, wenn sie sich gegen Vergewaltigung oder die IS stellten.

Children and adolescents were disfigured with barrel bombs or acid if they were against rape of ISIS.

Alle Hauptbrücken über den Tigris hat die IS in Mossul gesprengt.

All the main bridges across the Tigris have been exploding by ISIS in Mosul.

Reste von Autos von Selbstmordattentätern sieht man überall. Remains of cars of suicide bombers can be seen everywhere.

IS Gebäude wurden beim Alliiertenangriff zerstört. ISIS buildings were destroyed during the allies attack.

Die Frauenuniversität wurde zerstört. Frauen «sollen nicht studieren» nach IS. The women's university was destroyed. Women should "not study" according to ISIS.

Mossul ist in Teilen bereits wieder eine pulsierende Stadt.

Alle Bilder: khaima Mossul is particulary again a pulsating city.

all pictures: khaima

Bildung ist die beste "Waffe" gegen das Gedankengut des "IS"

 

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort

 

Über das Engagement von khaima in Mossul

 

Ende September besuchte ich die Stadt Mossul. Erlaubt ist es bisher nur, auf der «linken Seite» herum zu fahren. Die Altstadt ist zum Teil noch vermint und daher gesperrt.

200'000 Menschen leben offenbar schon wieder dort, ich stehe an der Ampel bereits im Stau.

 

Die Frauenuniversität ist seit 2 Jahren zerbombt, weil nach IS «Frauen ins Bett und an den Herd gehören». Bei den Männern hat das Studium bereits angefangen, auch Jesiden, die ein Stipendium für den Irak haben, müssen «in die Höhle des Löwen»…

 

Die Brücken sind alle zerstört, nur eine Militärbrücke erlaubt die Überquerung des Tigris. Menschen, die gegen den IS waren oder Kinder, die sich gegen Brutalität wehrten, wurden mit Säure entstellt.

 

Und die Armut ist ein Begleitthema für jeden Familienbesuch.

 

In der Al Maarib Schule und der Aroos-al Sahraa Schule hat unser Partner «FOR YOU» zwei weitere Schulzimmer aufgestellt, damit möglichst viele Schulklassen in Mossul wieder in die Schule können, Dafür hat die Regierung kein Geld, so unterstützen wir durch Schultasche und Unterrichtsmaterialien das Projekt, um mit Bildung der IS-Vergangenheit erfolgreich entgegentreten zu können.

 

Im Dezember ist ein weiteres Projekt in Mossul geplant. 

Education is the best weapon against ISIS

 

From Andreas Goerlich, Local manager

 

The commitment of Khaima in Mossul

 

At the end of September I visited the city of Mosul. It is only allowed to drive around on the "left side". The old town is partly still mined and therefore locked.

200,000 peoples are assumed to live there again, I am at the traffic light already in the traffic jam.

 

The women's university has been bombed for two years, because according to ISIS "women belong to bed and to kitchen". In the case of the men, the study has already begun, also Jesidis, who have a scholarship for Iraq, must "enter the cave of the lion" ...

 

The bridges are all destroyed, only a military bridge allows the crossing of the Tigris. People who were against the ISIS or children who were resisting brutality were distorted with acid.

 

 

And poverty is a companion for every family visit.

 

In the Al Maarib school and the Aroos-al Sahraa school, our partner "FOR YOU" has set up 2 more schoolrooms so that as many school classes as possible can return to school in Mosul. Because the government has no money, we support by KHAIMA school bags and teaching material for the project; with education and school the formation of the past IS can successfully be countered.

 

 

In December, another project is planned in Mossul.


Kleine Hilfe - grosse Wirkung

Der Raum dient tagsüber als Laden, nachts als Schlafzimmer.

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Diese Familie kam nach Jamboree, nahe des syrischen Flüchtlingscamps Fayda; wie viele Familien, konnten sie nicht mehr im Flüchtlingscamps Platz finden.

 

Die vielköpfige Familie konnte weder Miete noch Gasflaschen für das Feuer in ihrer «Steinunterkunft» bezahlen. 

 

khaima half ihnen über das sogenannte «New Steps»-Programm, einen Laden in einem ihrer Zimmer einzurichten: tagsüber Laden, abends Schlafzimmer.

Nun haben sie so viel Kundschaft, dass sie einen Kühlschrank benötigen, um Getränke verkaufen zu können…

From Andreas Goerlich, Local manager

 

This family came to Jamboree, near the Syrian refugee camp Fayda; like many families, they could no longer be found a place in the refugee camps.

 

The many-headed family could not pay rent or gas bottles for the fire in their "stone accommodation".

 

 

khaima helped them to set up a shop in one of their rooms through the "New Steps" program: during the day it was a shop, in the evenings, it was the bedroom.

 

Now they have so much customers that they need a refrigerator to also sell drinks ...



Andreas Goerlich (zweiter von links) mit jungen Kurden am Wiederentdecken lokaler Schönheit.

Alle Bilder: khaima

Diese jungen Männer sind Kurden, aber wenn sie nicht entdecken, was ihr Land wertvoll macht, wollen sie nach Europa fliehen. Daher ist es wichtig, mit ihnen ihr Land neu zu entdecken. 50 km von Dohuk ist ein Naturfluss zum Baden. Für mich war es faszinierend -für die jungen Erwachsenen ein «Wiederentdecken».

Wunderbare Momente!

They are young Kurds, but if they do not discover what makes their country valuable, they want to flee to Europe. Therefore, it is important to re-discover their land with them. 50 km from Dohuk there is a natural river for bathing. For me, it was fascinating, for them great to "rediscover" the place – for the young adults.

 

Wonderful moments!!!!!



Andreas Goerlich Pfr. (Abuna/Qasha)

CAPNI and Khaima

Oriental cultural institute

Masike / Dohuk / Iraq

0(0964)751 / 515 64 55

andreas.goerlich@zh.ref.ch

www.khaima.ch / www.capni-iraq.org

Übrigens: 

 

Bis 2.12. macht Andreas Goerlich, Einsatzleiter vor Ort, Dienst in der Erlenbacher Kirche im Kanton Zürich, Schweiz.

Danach ist er wieder für 7 Monate (bis Ende Juni 2018) in Kurdistan, Dohuk zu Hause.

 

 

Wer sich für die Zeit danach als «Einsatzleiter / in vor Ort» bewerben möchte, darf sich gerne an unseren Kontakt wenden.


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"news steps" - neues Projekt für konkrete Hilfe

Die Camps sind voll - darum müssen die Geflüchteten in Garagen oder ehemaligen Werkstätten wohnen... The camps are full - so the refugees have to live or survive in garages, former workshops or old tents

Konkrete medizinische oder psychologische Hilfe, um den Alltag meistern zu können.

Alle Bilder: khaima Medical or psychological assistance to overcome the eyeryday life  

all pictures: khaima

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Das «jüngste Kind» in der khaima-Familie trägt als Projekt den Namen «new steps» (neue Schritte).

Mit einem überschaubar schmalen Budget können enorm grosse Wirkungen erzielt werden. Menschen, die aus Mossul Richtung Dohuk flüchten, erhalten keinen Platz mehr in den überfüllten Camps (neue syrische Flüchtlingsfamilien ebenfalls nicht).

 

Sie wohnen in Garagen, ehemaligen Werkstätten oder alten Zelten. Weil sie nicht ins Camp hineinkommen, werden sie nicht registriert und erhalten keine Medikamente oder Unterstützung.

 

khaima und SOSD helfen gemeinsam solchen Familien, neue Schritte zu wagen:

  • den behinderten Kindern einen elektrischen Rollstuhl
  • den Menschen ohne Einkommen ein Büro oder Startkapital für die Arbeit
  • Medikamente oder Unterstützung bei Arztbesuchen
  • psychologische Hilfe
  • Nähmaschinen als Grundlage zum Gelderwerb

 

Über solche Hilfen sind nicht nur die Familien froh – auch die UNHCR oder UNICEF sind glücklich, dass diese Menschen nicht auffällig oder gewalttätig werden, weil sie weder an Geld oder an Hilfen kommen.

 

Die Hilfe geschieht erst nach dem in Kurdistan bekannten «khaima-Dreischritt»:

  1. Sehen
  2. Diskutieren
  3. Entscheiden

Zuerst werden die Familien besucht, ihre Hilfsbedürftigkeit abgeklärt und dann mit den Familien entschieden, wie ihnen am wirksamsten geholfen werden kann.

Dank der guten Spendenlage können wir im Augenblick vielen Familien helfen.

From Andreas Goerlich - Leader of the local projects

 

New steps - what are these "new steps"?

The "youngest child" in the khaima family carries the name "new steps" as a project.

With a manageable budget, enormous impact can be achieved. People who are fleeing from Mossul to Dohuk will not get any more space in the crowded camps (new Syrian refugee families as well).

 

They live in garages, former workshops or old tents. Because they have not entered the camp, they are not registered and receive no medication or support.

 

 

khaima and SOSD are helping these families to take new steps:

 

  • the disabled children an electric wheelchair
  • the people without income an office or starting capital for work
  • medication or assistance with doctor's visits
  • psychological assistance
  • sewing machines as a base for a small income

 

 

Not only the families are  happy about such aid - UNHCR or UNICEF are also happy that these people will not be conspicuous or violent because they do not come from money or aid.

 

 

The help takes place only after the "hhaima three step" known in Kurdistan:

  1. donsider
  2. evaluate
  3. descide

At first the families are visited, their needs are clarified, and then the families decide how to be most effective.

 

Thanks to the good donation situation we can help many families at the moment.


Eigene Werkstatt aufbauen

Werkstatt und Laden

 

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Khaima und SODS (shingal organization for social development) helfen verarmten Flüchtlingsfamilien, ihre eigene Existenz wieder aufzubauen. Zwar im Kleinen, aber immerhin. Oder abgegebene Lebensmittel ermöglichen einen "Neustart".

 

Ob eine eigene Werkstatt oder ein kleiner Laden - wer sich selber wieder versorgen kann, hilft nicht bloss der eigenen Familie.

 

Es stärkt auch das Selbstbewusstsein und die Hoffnung, nicht für immer hilflos oder abhängig zu sein.


So schön, wenn der Ball im Netz zappelt!

Wie Jugendliche aus Mossul ihr Leben zurückerobern

 

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

«Du könntest ruhig einen Pass geben», ruft Ahmad und schüttelt den Kopf. Gerade hat Ibrahim den Ball weit am Tor vorbeigeschossen.

Die Situation scheint alltäglich, alleine die Szenerie ist eine total andere: Ibrahim und Ahmad spielen auf einem selbst erstellten Fussballfeld im Screening Camp Qaymawa.

 

Dort versucht KHAIMA, Jugendliche und Kinder zu unterstützen, ihren Weg nach der Flucht aus Mossul wieder zu finden. Traumatisierte Kinder und

Jugendliche haben es schwer, «Pläne zu machen», daher lassen wir die Jugendlichen planen: Ihr Fussballfeld, ihr Turnier, die Mannschaften den Spielplan, die Preise.

 

Den meisten macht es Spass zu organisieren. Zaghaft fragen sie Khaima, ob ein Netz auch noch im Budget liegen würde… «Wissen Sie, es ist so schön, wenn der Ball im Netz zappelt»!


Alle Bilder: khaima

Die jungen Damen sind ganz traditionell in Mossul erzögen worden.

Süssigkeiten zubereiten, kochen, das ist ihr Metier – obwohl über 50% gerne auch Fussball spielen würden.

 

Manchmal sieht man begeisterte Gesichter (sie wollen sich nie fotografieren lassen), andere Male stehen sie planlos mit der Schüssel da und wissen nicht, was nun der nächste Schritt ist.

 

Das Leben zurückerobern Stück für Stück. Eine grosse Herausforderung für die Entkommenen. Und ein Geschenk, das sie auch mit uns teilen, hoffnungsvoll.


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The LEGO and the toys arrived at Qaymawa camp

Lego, Duplo und psychologische Begleitung

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Letzten Mittwoch kamen sie in Dohuk an: 3 grosse, je 47kg schwere Kisten: KHAIMA stand auf jeder Seite…
Pfungen und Winterhur haben LEGO, DUPLO,, Teddies und Spielsachen oder ein Memory Spiel für das screening camp Qaymawa (30 km von Mossul entfernt) gesammelt.

 

Am Sonntag, 2. April, ist das grosse Projekt gestartet: Wir helfen unserem Partner, VOP, Anlässe zu organisieren, Programme zu machen. Zusätzch hilft uns ein Psychologe aus dem geschlossenes Camp.

 

Und alle Menschen kommen von Mossul und wurden höchst wahrscheinlich 2 Jahre lang einer Gehirnwäsche unterzogen…

 

Der Psychologe wird die Kinder beobachten, während sie mit den Spielsachen aus der Schweiz spielen. Und er wird fähig sei, zu spüren und einzugreifen, wo Abweichungen bei den Kindern feststellbar sind…


DANKE FÜR ALLE IHRE GABEN UND BEITRÄGE!!!

Andreas Goerlich local

project-leader:

 

Last Wednesday the three big 47 kg boxes arrived at Dohuk : KHAIMA on each side…

 

Pfungen and Winterthur collected LEGO, DUPLO, Teddys ad toys or Memory for the screening center in QAYMAWA (30 km from Mosul)

 

 

 

On Sunday, 2nd of April, the big Project started: Helping our partner, VOP, to make events, programs and psychological work in this camp that is aclosed «screening camp», because all the people came from Mosul, 2 years in the hands of ISIS and probably brainwashed…

 

 

 

psychologist will monitor the children, playing with Swiss toys, and help there to determine where abnormalities in the children are.

 

 

 

 

THANK YOU FOR ALL YOUR DONATIONS!!!


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Mossul bleibt für viele DIE Heimat

The bigger part of refugees will stay in Mossul

Refugees · Mossul · homeland · staying · arabic · Sunnis

Eindrücke von unserer Reise nach Gog Tschalil (Stadtgrenze von Mossul) Alle Bilder: khaima

Impressions of our trip to Gog Tschalil (city limits of Mosul)
All images: khaima

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Der grössere Teil der Flüchtlinge bleibt in Mossul.  Denn eigentlich ist es klar: Mossul (früher Ninive) ist und bleibt die zweitgrösste Stadt des Irak. Und über 90% der Bewohnenden waren und sind arabische Sunniten. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Und die Jesiden und Christen werden wohl kaum hierher zurückkehren.

 

Also werden die arabischen Sunniten nicht in eines der Flüchtlingscamps rund um Mossul flüchten, wo sie wissen, dass sie gescreent (abgesucht) werden und aus den Camps nicht so schnell raus dürfen (aus Angst, sie könnten Gehirnwäsche erhalten haben unter dem IS).

 

Zudem können Sie, wenn sie in Mossul bleiben, ihren Besitz behalten (oder vergrössern, wenn die Nachbarn schon länger weg sind).

 

So war es nicht verwunderlich, dass wir bei unserem Besuch in Gog Tschalil (Stadtgrenze von Mossul, vgl. nebenstehende Bilder) im frisch befreiten Gebiet Menschen sahen, die von der UNHCR Nahrung und Wasser holten und genau dort blieben, wo sie vor der Eroberung schon lebten…

Es scheint sie nicht gross zu kümmern, dass es ringsum  knallt, brennt, Panzer vorbeifahren und durch den Matsch Lastwagen sich durchfräsen.

 

Sie hatten vorher nicht viel zu erwarten, sie werden auch jetzt nicht viel brauchen. Und «das Camp kommt zu ihnen», wenn sie nicht ins Camp gehen…

By Andreas Goerlich, project manager on site:

 

It seems clear and logical:

Mossul (former Niniveh) is and will stay the second largest City of Iraq. Over 90% of the inhabitants were and are still arab sunnis. This will not change in the future. The Yazidis and Christians probably won’t come back here.

 

 

 

So it seems reasonable that the arab sunnis won’t go to one of the camps around Mossul, where they know, they will be carefully screened and cannot leave the camp for a longer time (because there is the fear they got brainwashed in these two years under ISIS).

 

Additional to hat they can keep their belongings, the soil and houses, if they stay, maybe even more space from neighbours that left a long time ago.

 

So we were not surprised to see at our visit to Gog Tschalil (city limit of Mossul) many people staying there shortly after the liberation and receiving water and food supply from UNHCR; they stay exactly there where they have already been before the liberation through the iraqi army…

 

They do not seem to care about the sound of gunmachines, bombs, they are not worried because oft he fire, tanks or if it pops and yells, or the trucking through the mud.

 

They didnt expect much before, so they will not need much now. And the camp comes to them, if they don’t go to a camp …


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Sogar für einen Notfallseelsorger schwierig

When it starts to get difficult even for a pastor and trained emergency pastoral caregiver

Priest · Emergency counselor · Pulse heaters · Quilt covers · Pfungen · Bernet · UNCR

Gitterstäbe machen das Camp zum Gefängnis.

Barbed wire fence makes the camp like a prison.

Zu meinem Erstaunen wurden hier die ältesten Zelte gebraucht.

To my astonishment the oldest tents were built here.

Kinder weinen ohne erkennbaren Grund.

Children cry for no apparent reason.

Sie hören nicht auf zu weinen; niemand hat die Ausbildung zum Helfen.

They do not stop crying; No one has the training to help.

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Am letzten Donnerstag, 7. Dezember, ging ich zum ersten Mal in eines der 5 neu erstellten «Screening Camps» in Zelkhan. Das liegt in der Nähe von Bardarasch und ist rund 70 km von Erbill und 120 km von Dohuk entfernt.

 

Hier werden Mossulflüchtlinge vor ihrem Einlass aus sicherer Entfernung auf Bomben überprüft (Roboter oder Kameras) und dann erst ins Camp gelassen; dies aus Angst vor der Gefahr nach 2 Jahren Gehirnwäsche durch DAESH/ISIS.

 

Einmal drinnen, dürfen die Flüchtlinge nicht mehr hinaus. Damit der Kontakt zur Aussenwelt unterbunden bleibt (Gefahr von Weitergabe von Infos an die IS), können die Flüchtlinge nur in seltenen Fällen unter Videoaufnahme telefonieren.

 

Am besten ist das Leben an den CFS Plätzen (kinderfreundliche Zonen). Da können die Kinder und Jugendlichen ausgiebig und ein wenig unbeschwerter spielen, tanzen, basteln und singen.  Dabei können die geschulten Mitarbeitenden die Kinder beobachten und bei Auffälligkeiten reagieren.

When it starts to get difficult even for a pastor and trained emergency soulcarer

 

Last Thursday (7th of december) I could enter for the very first time one newly built « screening camps » - out of 5, to Zelkhan.

 

 

 

There will be the young or aldut refugees screened if they have weapons or bombs – out of a secure distance, with roboters or cameras ; only afterwards they are allowed to enter the Camp (because there is the danger of young or adult to be brainwashed through DAESH / ISIS).

 

Once in the camp they are not allowed to leave the camp anymore. To avoid any contact with outside, theye are not allowed to use their phones (danger of passing on informations to IS). Maybe they are allowed to make sometimes calls with video calls to be checked.

 

The best thing to help is to support a Child Friendly Space. The children can play there without sorrows, they can dance, sing, speak and act and can be monitired by well trained staff. If necessary they can react.

 

 



Dank an alle Strickfrauen aus Pfungen und Umgebung: Das wärmt hier auch die Seele.

Thanks to all knitters from Pfungen and the surrounding area: That also warms the soul.

Dank der Drogerie Bernet gab es viele Taschenwärmer.

Thanks to the drugstore Bernet there were a lot of pocket warmers.

Dank an die evangelisch methodistische Kirche Winterthur für die Decken an die Waisenkinder und Unbegleiteten.

Thanks to the Protestant Methodist Church of Winterthur for the blankets to the Orphan and unaccompanied childs.

Wir fuhren mit VOP (Voice of older people and family) dorthin und verteilten an die 200 Pulswärmer-Paare für die Kinder und ihre Eltern.

 

Zudem hatten wir 150 Taschenwärmer von der Drogerie Bernet (Pfungen), die 100mal wiederverwendbar sind.

 

Für die allein geflohenen Minderjährigen, Waisenkindern oder unbegleiteten Kindern hatte die evangelisch methodistische Kirche Winterthur uns 60 wunderschöne und wärmende Quilt-Decken gestiftet. Die Kinder und Jugendlichen meinten, weil ihre Decken entweder kratzen würden oder zu kurz seien oder elektrisieren würden, würden die Quiltdecken darunter benutzt werden…

 

Der Anblick des Camps mit lauter Gitterzäunen brachte trotz aller Sicherheitsbedürfnisse Tränen in die Augen. Innert 15 Minuten war alles verteilt – und 1000nde andere warten auf eine neue Ladung… SCHAFFEN WIR DAS IN EINEM MONAT???

 

With VOP (voice of older people and family) organization we drove there and distributed 200 self knitted pairs of warmers for children and their parents.

 

Additional to that we distributed 150 plastic warmers from the drugstore Bernet in Pfungen. 

They can be reused a 100 times.

 

The orphans and unattended children and young people received a wonderful selfmade QUILT-Blanket, donated by the city of Winterthur. The young people said, that they are much better than the scratching wool blankets, often too short.

 

 

 

 

 

 

Seeing the fences around the camp (two security fences) made me nearly cry…

Inbetween 15 minutes everything was distributed – and thousands of others are waiting for a new delivery – can we manage that in a month ?!



Ein weiteres schwieriges Kapitel sind die Medikamente: Hier werden nicht nur Insulin und Paracetamol dringend gebraucht, sondern auch so richtig schwere Medikamente… Tramadol, Morphine, Gegengift für Scorpion oder Schlangenbisse… das ist fast unmöglich zu importieren… (B-Medikamente). Zudem kommt praktisch kein Arzt hierher und die Flüchlinge dürfen nicht raus.

 

A further difficult chapter are the drugs and medicine: Here in Zelkhan they do not only need Paracetamol or insulin: Here they need «heavy loads»: Tramadol, Morphins, antivenoms for Scorpion and snake bites – everything very difficult to import, because they are B-drugs (special ones).

 

Unfortunately often no doctor passes bye, even no psychiologist. And the people are not allowed to leave.

Ahmad hat massive Augenprobleme.

Alle Bilder: khaima

Ahmad has massive eye problems.
All images: khaima

Ein 14 jähriger Knabe, nennen wir ihn «Ahmad» (geändert), hat massive Augenprobleme und müsste bald untersucht werden. Wir kennen ihn nicht, wir werden «als unseren Freund» versuchen, ihn in Akre untersuchen zu lassen, falls es eine Genehmigung gibt. Doch das ist nicht das einzige Problem von Ahmad: So gerne wüsste er, ob die Geschwister oder Eltern noch leben. Doch sein Handy erhält er nicht. Auch da wird ein Antrag nötig sein.

Ahmad hat Glück, wir haben ihn erhört. Und selbst, wenn wir seinen Augen helfen können, gibt es bisher kaum Organisationen, die für längere Zeit (pensionierte) Psycholog/innen zulassen. Ist die Beziehung aufgebaut, ist das Visum abgelaufen…

 

Viele andere Kinder erzählen nichts, sagen zu uns nur «Haji» ("einer der auf Wallfahrt war", so mussten sie die IS Führer ansprechen). 

 

Ja, auch ein Pfarrer und diplomierter Notfallseelsorger kommt manchmal an seine Grenzen…

A 14year old boy (let’s name him Ahmad…) has massive eyeproblems. He needs to be checked soon. We do not know him, but we will say, it is our friend to get a permission for him to got to Akre hospital. But it is not Ahmad’s only problem: He would like to know if his sisters, brother or parents are still alive- But he doesn’t receive his mobile. There also will be necessary an additional request. Ahmad is lucky to talk to us.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Many other children don’t tell anything, only «Haji» (a muslim who was in Mekka). They had to name their DAESH leaders with this title.

 

Well, even a pastor and trained emergency pastoral caregiver comes to a limit...


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Glockenschlag schallt in neue Zukunft

The sound into a new future

Andreas · Goerlich · Destruction · New Beginning · Gabi · Lai · Qaraqosh · Bartola

Die Glocken des befreiten Qaraqosh schlagen wieder, obwohl Turm und Glocke beschädigt sind. "Es war so berührend, sie zu hören", sagt Andreas Goerlich

Video: khaima

The bells of the liberated Qaraqosh beat again, though the tower and bell are damaged. "It was so touching to hear them," says Andreas Goerlich
Video: khaima

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Besuch in QARAQOSH und BARTOLA am Mittwoch, den 9.11.2016 zusammen mit Gabi Lai (khaima Mitglied) im Auftrag von CAPNI und khaima.

Rückblick

Im August 2014 fiel Qaraqosh und ein Tag später Bartola in die Hände von ISIS. Nach mehr als zwei Jahren befreite die irakische Armee die beiden Orte von ISIS.
Anlässlich eines Besuches von uns beiden Orten zusammen mit Pfarrer Amer (er lebt im Augenblick in Erbil/Ainkawa, bevor er wieder hierher zurückkehren möchte) konnten wir beide Orte besuchen und die grösste Zerstörung sehen, die durch ISIS je gemacht wurde  - und das vorsätzlich.

Ohne Worte
Nun sah man denselben Gesichtsausdruck wie damals im Pfarrrhaus. Geschmolzenens Glas und der verbrannte Deckenbereich zeigen, dass ISIS spezielle Feuereffekte verwendet hat. Das Feuer hatte Hochdruck und extreme Hitze. Das machte die Decke schwarz und eine Chemikalie liess das Schwarz auch die Wänden herabtropfen. Der Boden und manche Teppiche waren unbeschädigt – was stand da für eine Politik dahinter?
ISIS hat eine schwarze Flagge und ihre Politik ist es, alles schwarz werden zu lassen!

By Andreas Goerlich, Project Manager on site:

 

VISIT IN QARAQOSH AND BARTOLA WEDNESDAY, 9.11.2016
Andreas Goerlich and Gabi Lai (khaima supporter) on behalf of CAPNI and khaima.

In August 2014 Qaraqosh and a day after Bartola fell into the hands of DAESH.
After more than two years the Iraqi armee freed both christian villages from ISIS.
In a visit together with Abuna Amer (who temporarly lives in Ainkawa, before he wants to come back to Hamdanya) we could visit both villages and see the big destruction, which does done purposely through DAESH.

 

No words
Abuna Amer had no words entering the priests house next tot he biggest church of Hamdanya. Even it was not his first time, you could easily see his suffering.Shortly before we had passed the Primary school, 70% destroyed, Amer’s first school and his shaking red head pointed to the feelings deep inside him…
The same expression in the priests house: Melting glass and dark burned upper area  (roof) showed that DAESH used special fire effects, fast burning and extremly hot temperatures let the walls turn black and drop in streams down to he floor.
Floor, carpets and furnitures were not at all burnt – so was the purpose?!
DAESH HAS A BLACK FLAG, AND THEY TELL EVERBODY THAT THEY TRY TO TURN EVERYTHING DARK…


Heiligste Orte entweiht

Beide Orten wurde mit System zerstört. Jedes Haus wurde einzeln so zerstört, wie vorhin beschrieben wurde.

Als wir in die Kirche kamen sahen wir sogar, dass der Marmor weiss geworden war und weich, was ungewöhnlich ist für diesen Stein. Auch die geschmolzenen Plastikstühle auf der Empore erinnerten daran, dass mit System zerstört wurde.

Der Altar, das Abendmahlsgeschirr, die Stolas und Kleider: alle in einem speziellen Feuer zerstört.

 

Die Vandalen des ISIS kratzten Jesus, Maria und den Heiligen die Gesichter aus und hinter dem Altar schrieben die ISIS Führer ihre Namen auf, um verewigt zu sein…

 

Die grösste Kirche Qaraqosh’s wurde als Hauptquartier der IS gebraucht. Durch die offene Türe sahen sie hinaus auf die Scharfschützen, die auf Schaufensterpuppen und auf die älteste Kirchenmauer schossen. Die älteste Kirchenwand in Qaraqosh wurde also zerschossen…

Die Kirchenglocke läutet wieder
Nichts kann den starken Willen tapferer christlicher Soldaten brechen. Obwohl der Kirchturm herabgerissen wurde, obwohl man die Kreuze auf den Kirchendächern zerstört hatte, und obwohl die übelsten Sprüche an der Kirchenwand standen, die Miliz, die Küster der alten Kirche kehrten zurück und begleiteten uns bei unserem Besuch.

 

Ein ganz rührender Moment war der Mittag, als sie die notdürftig befestigte Kirchenglocke läuteten  - mit einem Heiligen Ernst!

 

Das Kirchgemeindehaus war missbraucht worden als Waffenfabrik. Wir konnten alle Arten von entwickelten Waffen dort antreffen. Nur die Harddisk war vom Coputer entfernt, um kein Geheimnis preiszugeben. Die Kirche wurde zu einem Kriegsort.

Sichtlich bewegt in Bartola
Der christliche Ort Bartola ist 15km von Qaraqosh entfernt. Pfarrer Amer war an jenem Tage zum Arbeiten in Bartola, als ISIS Qraqosh überfiel. So blieb er dort. Und in der folgenden Nacht organisierte er die Flucht Richtung Erbil. Er hat keine Fotos oder privaten Ding mitgenommen, was ihn nun sichtlich beschäftigte.  So sahen wir ihn wühlen und suchen – vergeblich, sie hatten alles mitgenommen oder zertrümmert.
Seine Stolas, seine Briefe, alles war weg. Er war in Bartola ordiniert worden…

 

Die Zerstörung von Bartola ist vergleichbar mit der von Qaraqosh. Alles zerbrochen, schwarz, geschmolzen – der furchtbare Gestank wird den Häusern noch lange anhaften.
Pfarrer Amer holte am Ende aus dem Aschehaufen eine Kerze hervor, die er CAPNI schenkte.

Offene Fragen von Amer
Vor 2 Jahren, als ISIS kam, fragte Pfarrer Amer CAPNI um Hilfe an. Da die beiden Orte zu einem anderen Bischofsbezirk gehörten, zog sich CAPNI zurück.
Mit der neuen Situation kamen wir wieder auf die Hilfe zu sprechen: Er wolle in die Camps gehen, um die Geflohenen zu fragen, was es denn brauche, um wieder zurück zu kehren und nicht nach Europa zu fliehen. Und ob man nicht GIZ anfragen könnte um Hilfe beim Aufräumen mit Geräten und für ein sogenanntes "Cash for work" Programm.


Es waren eindrucksvoller Tag.

 

Andreas Goerlich

Holiest places destroyed
There is a real system in destroying: Every house in Hamdanya was burned in the described way. Entering the wonderful church we saw that even the marmor turned white and smooth, very unusual for this stone. But the melted plastic chairs showed up the same method like mentioned before.
The altar, the holy belongings for last supper or service – all black or beaten into pieces. They scratched out the faces of Jesus Christ or the prophets and behind the altar they wrote in arab every name of DAESH leaders. The biggest church was used as their headquarter and they let the door open to watch the snipers outside, who exercised their best shot into the wall oft he oldest part of the church area, the old chapel.

Church bell rings
Nothing can bow the will of brave christians. Even if the clocktower is tore down, even if the cross is taken from the top, even if they write the rudest expressions on the wall: The miliz, the old dorrkeepers oft he church and the Abunas returned and were present during our visit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A very touching moment was the ringing oft he bell in the church garden, where they fixed it somehow!

 

The center oft he church parish was misued as a weapon factory. We could see all kinds of developed weapons, only the harddisks of the computers were removed in order not to show a secret. The church turned into a killing place…

Deeply moved in Bartola

Bartola is about 15 km from Qaraqosh. Father Amer was on the very day on work in Bartola, when DAESH entered Qaraqosh. So he stayed there and the following night they prepared their parish to leave to Erbil. He didn’t collect his belongings (liturgic clothes, money, letters and fotoalbum). With us he returned fort he first time to Bartola, where he was ordained. It was nearly heartbreaking how passionately he looked for his memories, pictures or letters to have at least something from his biography in written – but in vain!

 

The extend of the church destruction is comparable to that in Hamdanya. Everything black, broke, melted and the upper area totally black with a smell that will stay for some time…
In the end Abuna Amer donated CAPNI one of the burned candleholders, taken our of the ash in the priest’s room in the Bartola church.

Open questions from Amer
Two years ago Abuna Amer talked to Abuna Emanuel Yokhana, asking for help. Since the bishops in Erbil and south took care helped, CAPNI withdrew. With the new situation there would be enough work and need for all parts… He asked me very polite and intensively t think over and hopefully help for the following next future!
Secondly he pointed out, he would like to come to Anishke and other places to encourage the people to return and talk about what could be and how help could be realized.

It was an impressive day, with great respect and also thank for CAPNI and Abuna Amer and the wonderful driver Amar,

 

Andreas Goerlich


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