"news steps" - neues Projekt für konkrete Hilfe

Die Camps sind voll - darum müssen die Geflüchteten in Garagen oder ehemaligen Werkstätten wohnen...

Konkrete medizinische oder psychologische Hilfe, um den Alltag meistern zu können.

Alle Bilder: khaima

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Das «jüngste Kind» in der khaima-Familie trägt als Projekt den Namen «new steps» (neue Schritte).

Mit einem überschaubar schmalen Budget können enorm grosse Wirkungen erzielt werden. Menschen, die aus Mossul Richtung Dohuk flüchten, erhalten keinen Platz mehr in den überfüllten Camps (neue syrische Flüchtlingsfamilien ebenfalls nicht).

 

Sie wohnen in Garagen, ehemaligen Werkstätten oder alten Zelten. Weil sie nicht ins Camp hineinkommen, werden sie nicht registriert und erhalten keine Medikamente oder Unterstützung.

 

khaima und SOSD helfen gemeinsam solchen Familien, neue Schritte zu wagen:

  • den behinderten Kindern einen elektrischen Rollstuhl
  • den Menschen ohne Einkommen ein Büro oder Startkapital für die Arbeit
  • Medikamente oder Unterstützung bei Arztbesuchen
  • psychologische Hilfe
  • Nähmaschinen als Grundlage zum Gelderwerb

 

Über solche Hilfen sind nicht nur die Familien froh – auch die UNHCR oder UNICEF sind glücklich, dass diese Menschen nicht auffällig oder gewalttätig werden, weil sie weder an Geld oder an Hilfen kommen.

 

Die Hilfe geschieht erst nach dem in Kurdistan bekannten «khaima-Dreischritt»:

  1. Sehen
  2. Diskutieren
  3. Entscheiden

Zuerst werden die Familien besucht, ihre Hilfsbedürftigkeit abgeklärt und dann mit den Familien entschieden, wie ihnen am wirksamsten geholfen werden kann.

Dank der guten Spendenlage können wir im Augenblick vielen Familien helfen.



The camps are full - so the refugees have to live or survive in garages, former workshops or old tents

Medical or psychological assistance to overcome the eyeryday life  

all pictures: khaima

From Andreas Goerlich - Leader of the local projects

 

New steps - what are these "new steps"?

The "youngest child" in the khaima family carries the name "new steps" as a project.

With a manageable budget, enormous impact can be achieved. People who are fleeing from Mossul to Dohuk will not get any more space in the crowded camps (new Syrian refugee families as well).

They live in garages, former workshops or old tents. Because they have not entered the camp, they are not registered and receive no medication or support.

khaima and SOSD are helping these families to take new steps:

  • the disabled children an electric wheelchair
  • the people without income an office or starting capital for work
  • medication or assistance with doctor's visits
  • psychological assistance
  • sewing machines as a base for a small income

Not only the families are  happy about such aid - UNHCR or UNICEF are also happy that these people will not be conspicuous or violent because they do not come from money or aid.

The help takes place only after the "hhaima three step" known in Kurdistan:

  1. donsider
  2. evaluate
  3. descide

At first the families are visited, their needs are clarified, and then the families decide how to be most effective.

 

Thanks to the good donation situation we can help many families at the moment.


Eigene Werkstatt aufbauen

Werkstatt und Laden

 

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Khaima und SODS (shingal organization for social development) helfen verarmten Flüchtlingsfamilien, ihre eigene Existenz wieder aufzubauen. Zwar im Kleinen, aber immerhin. Oder abgegebene Lebensmittel ermöglichen einen "Neustart".

 

Ob eine eigene Werkstatt oder ein kleiner Laden - wer sich selber wieder versorgen kann, hilft nicht bloss der eigenen Familie.

 

Es stärkt auch das Selbstbewusstsein und die Hoffnung, nicht für immer hilflos oder abhängig zu sein.


So schön, wenn der Ball im Netz zappelt!

Wie Jugendliche aus Mossul ihr Leben zurückerobern

 

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

«Du könntest ruhig einen Pass geben», ruft Ahmad und schüttelt den Kopf. Gerade hat Ibrahim den Ball weit am Tor vorbeigeschossen.

Die Situation scheint alltäglich, alleine die Szenerie ist eine total andere: Ibrahim und Ahmad spielen auf einem selbst erstellten Fussballfeld im Screening Camp Qaymawa.

 

Dort versucht KHAIMA, Jugendliche und Kinder zu unterstützen, ihren Weg nach der Flucht aus Mossul wieder zu finden. Traumatisierte Kinder und

Jugendliche haben es schwer, «Pläne zu machen», daher lassen wir die Jugendlichen planen: Ihr Fussballfeld, ihr Turnier, die Mannschaften den Spielplan, die Preise.

 

Den meisten macht es Spass zu organisieren. Zaghaft fragen sie Khaima, ob ein Netz auch noch im Budget liegen würde… «Wissen Sie, es ist so schön, wenn der Ball im Netz zappelt»!


Die jungen Damen sind ganz traditionell in Mossul erzögen worden.

Süssigkeiten zubereiten, kochen, das ist ihr Metier – obwohl über 50% gerne auch Fussball spielen würden.

 

Manchmal sieht man begeisterte Gesichter (sie wollen sich nie fotografieren lassen), andere Male stehen sie planlos mit der Schüssel da und wissen nicht, was nun der nächste Schritt ist.

 

Das Leben zurückerobern Stück für Stück. Eine grosse Herausforderung für die Entkommenen. Und ein Geschenk, das sie auch mit uns teilen, hoffnungsvoll.


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The LEGO and the toys arrived at Qaymawa camp

Lego, Duplo und psychologische Begleitung

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Letzten Mittwoch kamen sie in Dohuk an: 3 grosse, je 47kg schwere Kisten: KHAIMA stand auf jeder Seite…
Pfungen und Winterhur haben LEGO, DUPLO,, Teddies und Spielsachen oder ein Memory Spiel für das screening camp Qaymawa (30 km von Mossul entfernt) gesammelt.

 

Am Sonntag, 2. April, ist das grosse Projekt gestartet: Wir helfen unserem Partner, VOP, Anlässe zu organisieren, Programme zu machen. Zusätzch hilft uns ein Psychologe aus dem geschlossenes Camp.

 

Und alle Menschen kommen von Mossul und wurden höchst wahrscheinlich 2 Jahre lang einer Gehirnwäsche unterzogen…

 

Der Psychologe wird die Kinder beobachten, während sie mit den Spielsachen aus der Schweiz spielen. Und er wird fähig sei, zu spüren und einzugreifen, wo Abweichungen bei den Kindern feststellbar sind…


DANKE FÜR ALLE IHRE GABEN UND BEITRÄGE!!!

Andreas Goerlich local

project-leader:

 

Last Wednesday the three big 47 kg boxes arrived at Dohuk : KHAIMA on each side…

 

Pfungen and Winterthur collected LEGO, DUPLO, Teddys ad toys or Memory for the screening center in QAYMAWA (30 km from Mosul)

 

On Sunday, 2nd of April, the big Project started: Helping our partner, VOP, to make events, programs and psychological work in this camp that is aclosed «screening camp», because all the people came from Mosul, 2 years in the hands of ISIS and probably brainwashed…

The psychologist will monitor the children, playing with Swiss toys, and help there to determine where abnormalities in the children are.

 

THANK YOU FOR ALL YOUR DONATIONS!!!


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Mossul bleibt für viele DIE Heimat

The bigger part of refugees will stay in Mossul

Refugees · Mossul · homeland · staying · arabic · Sunnis

Eindrücke von unserer Reise nach Gog Tschalil (Stadtgrenze von Mossul) Alle Bilder: khaima

Impressions of our trip to Gog Tschalil (city limits of Mosul)
All images: khaima

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Der grössere Teil der Flüchtlinge bleibt in Mossul.  Denn eigentlich ist es klar: Mossul (früher Ninive) ist und bleibt die zweitgrösste Stadt des Irak. Und über 90% der Bewohnenden waren und sind arabische Sunniten. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Und die Jesiden und Christen werden wohl kaum hierher zurückkehren.

 

Also werden die arabischen Sunniten nicht in eines der Flüchtlingscamps rund um Mossul flüchten, wo sie wissen, dass sie gescreent (abgesucht) werden und aus den Camps nicht so schnell raus dürfen (aus Angst, sie könnten Gehirnwäsche erhalten haben unter dem IS).

 

Zudem können Sie, wenn sie in Mossul bleiben, ihren Besitz behalten (oder vergrössern, wenn die Nachbarn schon länger weg sind).

 

So war es nicht verwunderlich, dass wir bei unserem Besuch in Gog Tschalil (Stadtgrenze von Mossul, vgl. nebenstehende Bilder) im frisch befreiten Gebiet Menschen sahen, die von der UNHCR Nahrung und Wasser holten und genau dort blieben, wo sie vor der Eroberung schon lebten…Es scheint sie nicht gross zu kümmern, dass es ringsum  knallt, brennt, Panzer vorbeifahren und durch den Matsch Lastwagen sich durchfräsen.

 

Sie hatten vorher nicht viel zu erwarten, sie werden auch jetzt nicht viel brauchen. Und «das Camp kommt zu ihnen», wenn sie nicht ins Camp gehen…

By Andreas Goerlich, project manager on site:

 

It seems clear and logical:

Mossul (former Niniveh) is and will stay the second largest City of Iraq. Over 90% of the inhabitants were and are still arab sunnis. This will not change in the future. The Yazidis and Christians probably won’t come back here.

 

So it seems reasonable that the arab sunnis won’t go to one of the camps around Mossul, where they know, they will be carefully screened and cannot leave the camp for a longer time (because there is the fear they got brainwashed in these two years under ISIS).

 

Additional to hat they can keep their belongings, the soil and houses, if they stay, maybe even more space from neighbours that left a long time ago.

 

So we were not surprised to see at our visit to Gog Tschalil (city limit of Mossul) many people staying there shortly after the liberation and receiving water and food supply from UNHCR; they stay exactly there where they have already been before the liberation through the iraqi army…

 

They do not seem to care about the sound of gunmachines, bombs, they are not worried because oft he fire, tanks or if it pops and yells, or the trucking through the mud.

 

They didnt expect much before, so they will not need much now. And the camp comes to them, if they don’t go to a camp …


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Sogar für einen Notfallseelsorger schwierig

When it starts to get difficult even for a pastor and trained emergency pastoral caregiver

Priest · Emergency counselor · Pulse heaters · Quilt covers · Pfungen · Bernet · UNCR

Gitterstäbe machen das Camp zum Gefängnis.

Barbed wire fence makes the camp like a prison.

Zu meinem Erstaunen wurden hier die ältesten Zelte gebraucht.

To my astonishment the oldest tents were built here.

Kinder weinen ohne erkennbaren Grund.

Children cry for no apparent reason.

Sie hören nicht auf zu weinen; niemand hat die Ausbildung zum Helfen.

They do not stop crying; No one has the training to help.

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Am letzten Donnerstag, 7. Dezember, ging ich zum ersten Mal in eines der 5 neu erstellten «Screening Camps» in Zelkhan. Das liegt in der Nähe von Bardarasch und ist rund 70 km von Erbill und 120 km von Dohuk entfernt.

 

Hier werden Mossulflüchtlinge vor ihrem Einlass aus sicherer Entfernung auf Bomben überprüft (Roboter oder Kameras) und dann erst ins Camp gelassen; dies aus Angst vor der Gefahr nach 2 Jahren Gehirnwäsche durch DAESH/ISIS.

 

Einmal drinnen, dürfen die Flüchtlinge nicht mehr hinaus. Damit der Kontakt zur Aussenwelt unterbunden bleibt (Gefahr von Weitergabe von Infos an die IS), können die Flüchtlinge nur in seltenen Fällen unter Videoaufnahme telefonieren.

 

Am besten ist das Leben an den CFS Plätzen (kinderfreundliche Zonen). Da können die Kinder und Jugendlichen ausgiebig und ein wenig unbeschwerter spielen, tanzen, basteln und singen.  Dabei können die geschulten Mitarbeitenden die Kinder beobachten und bei Auffälligkeiten reagieren.

When it starts to get difficult even for a pastor and trained emergency soulcarer

 

Last Thursday (7th of december) I could enter for the very first time one newly built « screening camps » - out of 5, to Zelkhan.

 

There will be the young or aldut refugees screened if they have weapons or bombs – out of a secure distance, with roboters or cameras ; only afterwards they are allowed to enter the Camp (because there is the danger of young or adult to be brainwashed through DAESH / ISIS).

 

Once in the camp they are not allowed to leave the camp anymore. To avoid any contact with outside, theye are not allowed to use their phones (danger of passing on informations to IS). Maybe they are allowed to make sometimes calls with video calls to be checked.

 

The best thing to help is to support a Child Friendly Space. The children can play there without sorrows, they can dance, sing, speak and act and can be monitired by well trained staff. If necessary they can react.

 

 



Dank an alle Strickfrauen aus Pfungen und Umgebung: Das wärmt hier auch die Seele.

Thanks to all knitters from Pfungen and the surrounding area: That also warms the soul.

Dank der Drogerie Bernet gab es viele Taschenwärmer.

Thanks to the drugstore Bernet there were a lot of pocket warmers.

Dank an die evangelisch methodistische Kirche Winterthur für die Decken an die Waisenkinder und Unbegleiteten.

Thanks to the Protestant Methodist Church of Winterthur for the blankets to the Orphan and unaccompanied childs.

Wir fuhren mit VOP (Voice of older people and family) dorthin und verteilten an die 200 Pulswärmer-Paare für die Kinder und ihre Eltern.

 

Zudem hatten wir 150 Taschenwärmer von der Drogerie Bernet (Pfungen), die 100mal wiederverwendbar sind.

 

Für die allein geflohenen Minderjährigen, Waisenkindern oder unbegleiteten Kindern hatte die evangelisch methodistische Kirche Winterthur uns 60 wunderschöne und wärmende Quilt-Decken gestiftet. Die Kinder und Jugendlichen meinten, weil ihre Decken entweder kratzen würden oder zu kurz seien oder elektrisieren würden, würden die Quiltdecken darunter benutzt werden…

 

Der Anblick des Camps mit lauter Gitterzäunen brachte trotz aller Sicherheitsbedürfnisse Tränen in die Augen. Innert 15 Minuten war alles verteilt – und 1000nde andere warten auf eine neue Ladung… SCHAFFEN WIR DAS IN EINEM MONAT???

 

With VOP (voice of older people and family) organization we drove there and distributed 200 self knitted pairs of warmers for children and their parents. Additional to that we distributed 150 plastic warmers from the drugstore Bernet in Pfungen

 

They can be reused a 100 times.

 

The orphans and unattended children and young people received a wonderful selfmade QUILT-Blanket, donated by the city of Winterthur. The young people said, that they are much better than the scratching wool blankets, often too short.

 

Seeing the fences around the camp (two security fences) made me nearly cry…

 

Inbetween 15 minutes everything was distributed – and thousands of others are waiting for a new delivery – can we manage that in a month ?!



Ein weiteres schwieriges Kapitel sind die Medikamente: Hier werden nicht nur Insulin und Paracetamol dringend gebraucht, sondern auch so richtig schwere Medikamente… Tramadol, Morphine, Gegengift für Scorpion oder Schlangenbisse… das ist fast unmöglich zu importieren… (B-Medikamente). Zudem kommt praktisch kein Arzt hierher und die Flüchlinge dürfen nicht raus.

 

A further difficult chapter are the drugs and medicine: Here in Zelkhan they do not only need Paracetamol or insulin: Here they need «heavy loads»: Tramadol, Morphins, antivenoms for Scorpion and snake bites – everything very difficult to import, because they are B-drugs (special ones).

 

Unfortunately often no doctor passes bye, even no psychiologist. And the people are not allowed to leave.

Ahmad hat massive Augenprobleme.

Alle Bilder: khaima

Ahmad has massive eye problems.
All images: khaima

Ein 14 jähriger Knabe, nennen wir ihn «Ahmad» (geändert), hat massive Augenprobleme und müsste bald untersucht werden. Wir kennen ihn nicht, wir werden «als unseren Freund» versuchen, ihn in Akre untersuchen zu lassen, falls es eine Genehmigung gibt. Doch das ist nicht das einzige Problem von Ahmad: So gerne wüsste er, ob die Geschwister oder Eltern noch leben. Doch sein Handy erhält er nicht. Auch da wird ein Antrag nötig sein.

Ahmad hat Glück, wir haben ihn erhört. Und selbst, wenn wir seinen Augen helfen können, gibt es bisher kaum Organisationen, die für längere Zeit (pensionierte) Psycholog/innen zulassen. Ist die Beziehung aufgebaut, ist das Visum abgelaufen…

 

Viele andere Kinder erzählen nichts, sagen zu uns nur «Haji» ("einer der auf Wallfahrt war", so mussten sie die IS Führer ansprechen). 

 

Ja, auch ein Pfarrer und diplomierter Notfallseelsorger kommt manchmal an seine Grenzen…

A 14year old boy (let’s name him Ahmad…) has massive eyeproblems. He needs to be checked soon. We do not know him, but we will say, it is our friend to get a permission for him to got to Akre hospital. But it is not Ahmad’s only problem: He would like to know if his sisters, brother or parents are still alive- But he doesn’t receive his mobile. There also will be necessary an additional request. Ahmad is lucky to talk to us.

 

Many other children don’t tell anything, only «Haji» (a muslim who was in Mekka). They had to name their DAESH leaders with this title.

 

Well, even a pastor and trained emergency pastoral caregiver comes to a limit...

 

 

 

 


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Glockenschlag schallt in neue Zukunft

The sound into a new future

Andreas · Goerlich · Destruction · New Beginning · Gabi · Lai · Qaraqosh · Bartola

Die Glocken des befreiten Qaraqosh schlagen wieder, obwohl Turm und Glocke beschädigt sind. "Es war so berührend, sie zu hören", sagt Andreas Goerlich

Video: khaima

The bells of the liberated Qaraqosh beat again, though the tower and bell are damaged. "It was so touching to hear them," says Andreas Goerlich
Video: khaima

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Besuch in QARAQOSH und BARTOLA am Mittwoch, den 9.11.2016 zusammen mit Gabi Lai (khaima Mitglied) im Auftrag von CAPNI und khaima.

Rückblick

Im August 2014 fiel Qaraqosh und ein Tag später Bartola in die Hände von ISIS. Nach mehr als zwei Jahren befreite die irakische Armee die beiden Orte von ISIS.
Anlässlich eines Besuches von uns beiden Orten zusammen mit Pfarrer Amer (er lebt im Augenblick in Erbil/Ainkawa, bevor er wieder hierher zurückkehren möchte) konnten wir beide Orte besuchen und die grösste Zerstörung sehen, die durch ISIS je gemacht wurde  - und das vorsätzlich.

Ohne Worte
Nun sah man denselben Gesichtsausdruck wie damals im Pfarrrhaus. Geschmolzenens Glas und der verbrannte Deckenbereich zeigen, dass ISIS spezielle Feuereffekte verwendet hat. Das Feuer hatte Hochdruck und extreme Hitze. Das machte die Decke schwarz und eine Chemikalie liess das Schwarz auch die Wänden herabtropfen. Der Boden und manche Teppiche waren unbeschädigt – was stand da für eine Politik dahinter?
ISIS hat eine schwarze Flagge und ihre Politik ist es, alles schwarz werden zu lassen!

By Andreas Goerlich, Project Manager on site:

 

VISIT IN QARAQOSH AND BARTOLA WEDNESDAY, 9.11.2016
Andreas Goerlich and Gabi Lai (khaima supporter) on behalf of CAPNI and khaima.

In August 2014 Qaraqosh and a day after Bartola fell into the hands of DAESH.
After more than two years the Iraqi armee freed both christian villages from ISIS.
In a visit together with Abuna Amer (who temporarly lives in Ainkawa, before he wants to come back to Hamdanya) we could visit both villages and see the big destruction, which does done purposely through DAESH.

No words
Abuna Amer had no words entering the priests house next tot he biggest church of Hamdanya. Even it was not his first time, you could easily see his suffering.Shortly before we had passed the Primary school, 70% destroyed, Amer’s first school and his shaking red head pointed to the feelings deep inside him…
The same expression in the priests house: Melting glass and dark burned upper area  (roof) showed that DAESH used special fire effects, fast burning and extremly hot temperatures let the walls turn black and drop in streams down to he floor.
Floor, carpets and furnitures were not at all burnt – so was the purpose?!
DAESH HAS A BLACK FLAG, AND THEY TELL EVERBODY THAT THEY TRY TO TURN EVERYTHING DARK…


Heiligste Orte entweiht

Beide Orten wurde mit System zerstört. Jedes Haus wurde einzeln so zerstört, wie vorhin beschrieben wurde.

Als wir in die Kirche kamen sahen wir sogar, dass der Marmor weiss geworden war und weich, was ungewöhnlich ist für diesen Stein. Auch die geschmolzenen Plastikstühle auf der Empore erinnerten daran, dass mit System zerstört wurde.

Der Altar, das Abendmahlsgeschirr, die Stolas und Kleider: alle in einem speziellen Feuer zerstört.

 

Die Vandalen des ISIS kratzten Jesus, Maria und den Heiligen die Gesichter aus und hinter dem Altar schrieben die ISIS Führer ihre Namen auf, um verewigt zu sein…

 

Die grösste Kirche Qaraqosh’s wurde als Hauptquartier der IS gebraucht. Durch die offene Türe sahen sie hinaus auf die Scharfschützen, die auf Schaufensterpuppen und auf die älteste Kirchenmauer schossen. Die älteste Kirchenwand in Qaraqosh wurde also zerschossen…

Die Kirchenglocke läutet wieder
Nichts kann den starken Willen tapferer christlicher Soldaten brechen. Obwohl der Kirchturm herabgerissen wurde, obwohl man die Kreuze auf den Kirchendächern zerstört hatte, und obwohl die übelsten Sprüche an der Kirchenwand standen, die Miliz, die Küster der alten Kirche kehrten zurück und begleiteten uns bei unserem Besuch.

 

Ein ganz rührender Moment war der Mittag, als sie die notdürftig befestigte Kirchenglocke läuteten  - mit einem Heiligen Ernst!

 

Das Kirchgemeindehaus war missbraucht worden als Waffenfabrik. Wir konnten alle Arten von entwickelten Waffen dort antreffen. Nur die Harddisk war vom Coputer entfernt, um kein Geheimnis preiszugeben. Die Kirche wurde zu einem Kriegsort.

Sichtlich bewegt in Bartola
Der christliche Ort Bartola ist 15km von Qaraqosh entfernt. Pfarrer Amer war an jenem Tage zum Arbeiten in Bartola, als ISIS Qraqosh überfiel. So blieb er dort. Und in der folgenden Nacht organisierte er die Flucht Richtung Erbil. Er hat keine Fotos oder privaten Ding mitgenommen, was ihn nun sichtlich beschäftigte.  So sahen wir ihn wühlen und suchen – vergeblich, sie hatten alles mitgenommen oder zertrümmert.
Seine Stolas, seine Briefe, alles war weg. Er war in Bartola ordiniert worden…

 

Die Zerstörung von Bartola ist vergleichbar mit der von Qaraqosh. Alles zerbrochen, schwarz, geschmolzen – der furchtbare Gestank wird den Häusern noch lange anhaften.
Pfarrer Amer holte am Ende aus dem Aschehaufen eine Kerze hervor, die er CAPNI schenkte.

Offene Fragen von Amer
Vor 2 Jahren, als ISIS kam, fragte Pfarrer Amer CAPNI um Hilfe an. Da die beiden Orte zu einem anderen Bischofsbezirk gehörten, zog sich CAPNI zurück.
Mit der neuen Situation kamen wir wieder auf die Hilfe zu sprechen: Er wolle in die Camps gehen, um die Geflohenen zu fragen, was es denn brauche, um wieder zurück zu kehren und nicht nach Europa zu fliehen. Und ob man nicht GIZ anfragen könnte um Hilfe beim Aufräumen mit Geräten und für ein sogenanntes "Cash for work" Programm.


Es waren eindrucksvoller Tag.

 

Andreas Goerlich

Holiest places destroyed
There is a real system in destroying: Every house in Hamdanya was burned in the described way. Entering the wonderful church we saw that even the marmor turned white and smooth, very unusual for this stone. But the melted plastic chairs showed up the same method like mentioned before.
The altar, the holy belongings for last supper or service – all black or beaten into pieces. They scratched out the faces of Jesus Christ or the prophets and behind the altar they wrote in arab every name of DAESH leaders. The biggest church was used as their headquarter and they let the door open to watch the snipers outside, who exercised their best shot into the wall oft he oldest part of the church area, the old chapel.

Church bell rings
Nothing can bow the will of brave christians. Even if the clocktower is tore down, even if the cross is taken from the top, even if they write the rudest expressions on the wall: The miliz, the old dorrkeepers oft he church and the Abunas returned and were present during our visit. A very touching moment was the ringing oft he bell in the church garden, where they fixed it somehow!
The center oft he church parish was misued as a weapon factory. We could see all kinds of developed weapons, only the harddisks of the computers were removed in order not to show a secret. The church turned into a killing place…

Deeply moved in Bartola
Bartola is about 15 km from Qaraqosh. Father Amer was on the very day on work in Bartola, when DAESH entered Qaraqosh. So he stayed there and the following night they prepared their parish to leave to Erbil. He didn’t collect his belongings (liturgic clothes, money, letters and fotoalbum). With us he returned fort he first time to Bartola, where he was ordained. It was nearly heartbreaking how passionately he looked for his memories, pictures or letters to have at least something from his biography in written – but in vain!
The extend of the church destruction is comparable to that in Hamdanya. Everything black, broke, melted and the upper area totally black with a smell that will stay for some time…
In the end Abuna Amer donated CAPNI one of the burned candleholders, taken our of the ash in the priest’s room in the Bartola church.

Open questions from Amer
Two years ago Abuna Amer talked to Abuna Emanuel Yokhana, asking for help. Since the bishops in Erbil and south took care helped, CAPNI withdrew. With the new situation there would be enough work and need for all parts… He asked me very polite and intensively t think over and hopefully help for the following next future!
Secondly he pointed out, he would like to come to Anishke and other places to encourage the people to return and talk about what could be and how help could be realized.

It was an impressive day, with great respect and also thank for CAPNI and Abuna Amer and the wonderful driver Amar,

 

Andreas Goerlich


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Leere Camps trotz Flucht aus Mossul?

Empty camps despite escaping from Mosul?

CAPNI · Mossul · Escape · Camp · Painting · Sports

 

 

Die beiden Bilder sind aus Anischke, oben das Tor von Amidiya und unten Sport im Camp Ishian

Alle Bilder: khaima

The two pictures are from Anischke, on top the gate of Amidiya and downstairs sports at Camp Ishian

 

All images: khaima

 


Rechts oben steht NINIVE in Blut geschrieben und die grosse – durch ISIS - zerstörte Marienkirche ist neben der Moschee zu sehen...

In the upper right corner, NINIVE is written in blood and the large church, destroyed by ISIS, can be seen next to the mosque ...

 

 

 

... Dieses Bild hat eine sunnitische Muslimin für  den Ortspfarrer gemalt (im Bild mit brauner Jacke neben CAPNI Leiter, Pfr. Emanuel Yokhana) - aus Dankbarkeit für die Hilfe bei der Flucht und bei der finanziellen Unterstützung

... This image painted a Sunni Muslima for the local pastor (in the picture with brown jacket next to CAPNI leader, Rev. Emanuel Yokhana) - out of gratitude for the help on her escape and the financial support

Von Andreas Goerlich. Projektleiter vor Ort:

 

Alles neu … macht der Oktober!

Wer hätte das gedacht: «Humanity NGO» ist Geschichte: zwei Monate ohne Lohn, zwei Monate ohne Aufenthaltsbewilligung, das ist einfach zu viel. So habe ich mich gelöst von humanity und bin auf der Suche. Bei CAPNI sieht es gut aus, vielleicht sogar teilzeitmässig bei der «Barzani foundation».

Gerade komme ich von der türkischen Grenze bei Zahko zurück: seit heute Morgen irrte ich dort umher, um die Stempel zu erhalten zwischen Türkei und Irak, um wieder 30 Tage bleiben zu können. So musste ich nicht für teures Geld in die Schweiz fliegen. CAPNI will meine Aufenthaltsbewilligung bald in Angriff nehmen. Gleich fahre ich nach Erbil, das Camp in Basterman und vielleicht Qoshtapa warten schon länger auf mich.

 

Ich bin ja letzte Woche nicht gefahren, weil die Kriegsvorbereitungen gegen Mossul voll im Gange waren. Nun wird angegriffen, aber das Ausland versteht nicht, wie das funktioniert, daher eine kleine «Mossul»-Kunde:
Schiiten, die irakische Armee und die kurdische Peschmerga dringen vom Süden, Norden und Osten her nach Mossul. Den Westen halten sie nach dem Willen der USA frei, damit sich die ISIS ohne Blutbad zurückziehen kann nach Syrien (in ihr letztes Herrschaftsgebiet). Das finde ich hoch problematisch, weil Syrien noch mehr Bürde aufgeladen wird,

 

ISIS hat entschieden, nicht auf der Ostseite des Stadtflusses Tirgris zu kämpfen. Daher sind im Augenblick noch alle Bewohnenden eingesperrt, denn sie können nur über eine der 5 (verminten) Brücken Mossul verlassen; wollen sie denn im Irak bleiben.

 

Die kleinen Dörfer ringsum sind befreit, aber weil die meisten Bewohner Christen sind, hat man diese schon auf andere Orte hier verteilt und kann sie mit wenig Hilfe sehr zufrieden stellen.

 

Etwas Zweites, das die Europäer kaum wissen: es werden in den Camps später praktisch nur Sunnitische Araber/innen sein. Die Christen sind längst aus Mossul verschwunden (der kleine Rest wird auch in den Dörfern um Dohuk Verwandte finden). Von den Jesiden sind nur die versklavten und vergewaltigten Jesid/innen in Mossul. Diese Menschen wird man ins Ausland oder in spezielle Zentren zur Traumabewältigung bringen müssen.
Die Zurückgebliebenen in Mossul sind also sunnitische Moslems arabischer Herkunft, die (bis wieder etwas funktioniert oder aufgebaut wird) wohl alle in den Süden flüchten werden- zwischen Mossul, Khazer und Erbil - weil dort auch sunnitische Araber leben. Daher ist man sich gar nicht sicher, ob die grossen Camps im Norden und Westen gefüllt werden.


Wir warten also noch, bis die «screening camps» die Flüchtlinge, die dann kommen werden, gefiltert haben, denn alle sind ja nun verdächtigt «Gehirnwäsche» zwei Jahre lang gehabt zu haben und unbewusst Anschläge zu planen (so wie eine Gruppe das gestern in Kirkuk versuchte). Dann werden die Decken aus Winterthur (die uns «aramaic relief» aus Baar grösstenteils bringen wird) zum Einsatz kommen und bald mal Pulswärmer.


Gestern war ich in Anischke (siehe Bilder), einem christlichen Dorf, das seit zwei Jahren viele Jesiden  beherbergt und dank eines tollen Pfarrers ein echtes Miteinander pflegt. Die geflüchteten Christen und Jesiden haben klar gesagt, sie würden nie mehr nach Mossul zurückkehren, das Vertrauen sei kaputt.

 

Danke fürs Gebet, für die Anteilname und die Spenden, für alles Erzählen und jeden guten Einsatz.


Mir geht es gut, der Galgenhumor obsiegt!!! Herzliche Grüsse aus immer noch 27 Grad

 

Andreas Goerlich

PS: Päckchen kommen hier übrigens schneller an, wenn auf der Adresse meine Telefonnummer draufsteht…. Weshalb auch immer!!!

Andreas Goerlich Pfr. (Abuna)
0(0964)751 / 515 64 55

CAPNI and Khaima

Oriental cultural institute

St. 36 Jimanstreet

House 16

Maseeke

Dohuk 99446

Iraq

By Andreas Goerlich. Project manager on site:

 

Everything new ... makes the october!

 

Who would have thought: "Humanity NGO" is history: two months without pay, two months without a residence permit, that is just too much. So I have resolved by humanity and am looking forward for another organisation. At CAPNI it looks good, perhaps even part-time at the "Barzani foundation".

 

I have just returned from the Turkish border with Zahko: since this morning I have been walking around there to get the stamps between Turkey and Iraq in order to be able to stay again for 30 days. So I did not have to fly to Switzerland for expensive money. CAPNI wants to start my residence permit soon. I'm going straight to Erbil, the camp in Basterman and maybe Qoshtapa have been waiting for me.

 

 

 

I did not go last week, because the preparations for war against Mosul were going on. Now attacked, but the foreign country does not understand how this works, therefore a small «Mossul» customer:

 

Shiites, the Iraqi army, and the Kurdish Peschmerga are coming from the south, north and east to Mosul. The West, according to the will of the United States, is free to allow the ISIS to withdraw without bloodbath to Syria (to its last domination area). I find this highly problematic, because Syria is charged even more burden,

 

 

 

ISIS has decided not to fight on the east side of the city river Tirgris. Therefore, at the moment all inhabitants are imprisoned, because they can only leave one of the 5 (mined) bridges Mosul; They want to stay in Iraq.

 

The small villages around are free, but because most of the inhabitants are Christians, they have already been distributed to other places and can satisfy them with little help.

 

The second thing the Europeans hardly know is that in the camps there will be practically only Sunni Arabs. The Christians have left bevor longtime from Mosul (the rest of them will also find relatives in the villages around Dohuk). Of the Jesids, only the enslaved and raped Jesidians are in Mosul. These people will have to be brought abroad or in special centers for trauma treatment.

 

The survivors in Mossul are therefore Sunni Muslims of Arab origin, who (until something is worked or built up) will probably flee to the South, between Mosul, Khazer and Erbil, because Sunni Arabs also live there. It is therefore not at all certain whether the large camps in the north and west are filled.

 

We are still waiting for the "screening camps" to filter out the refugees who will then come, for all are now suspected of having "brainwashing" for two years and unconsciously planning attacks (as a group did yesterday Kirkuk tried). Then the blankets from Winterthur (which will bring us "aramaic relief" from Baar for the most part) will soon be used.

 

Yesterday I was in Anischke (see pictures), a Christian village, which has housed many Jesidos for two years and thanks to a great priest, cultivates a real coexistence. The fugitives Christians and Jidids clearly said they would never return to Mosul, that the trust was broken.

 

Thank you for your prayers, for your share and your donations, for all your telling and all your good work.

 

I'm doing well, the gallowshammer is winning! Kind regards from still 27 degrees

 

Andreas Goerlich

 

PS: Parcels arrive here faster, if you complete the adress with my telephone number .... however !!!

 

 

Andreas Goerlich Rev. (Abuna)

0 (0964) 751/515 64 55

CAPNI and Khaima

Oriental cultural institute

St. 36 Jimanstreet

House 16

Maseeke

Dohuk 99446

Iraq


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Verstärkte Partnerschaft mit CAPNI

Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi (Mitte): In der Nacht zum Montag verkündete er den Beginn der Offensive zur Rückeroberung von Mossul.

Photo: AFP PHOTO / IRAQI PRIME MINISTERS PRESS OFFICE

Muslimische, christliche und jesidische Kindern singen gegen die Angst.

Bild: khaima


Mossul ist die letzte Hochburg der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak. Bevor die Dschihadisten die zweitgrößte Stadt des Landes im Sommer 2014 binnen 48 Stunden einnahmen, hatten dort rund zwei Millionen Menschen gelebt. Hunderttausende flüchteten vor dem IS, heute wohnen noch zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Einwohner in Mossul und den Vororten.

(Quelle: Spiegel online)

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Wir helfen CAPNI bei der Erstversorgung der Flüchtlinge, die aus Mossul entkommen. Zur Zeit sind noch viele Christen eingeschossen im belagerten Mossul. (vgl. nachfolgende Situationsbeschreibung auf Englisch)

 

Ich besuchte heute zusammen mit VOP (voice of older people and families) das Camp Dawudiya nahe Dohuk (die Frontlinie nach Mossul ist geschlossen, man will die ersten Flüchtlinge militärisch überprüfen, ob sie nicht von ISIS geschickt wurden oder Gehirnwäsche erhielten). Alles Richtung Mossul ist gesperrt.
Heute Morgen sangen sie eifrig: Die Kinder im Dawudiya Camp (vgl. Bild) Muslimische, christliche und jesidische. ALLE sind betroffen: Denn alle kommen aus den Gegenden um Mossul: Die einen freuen sich, Verwandte wiederzusehen nach der Befreiung. Die anderen singen, damit die Töne bis Mossul hinüber klingen.
Aber alle haben auch jemanden verloren: Die Angst, nochmals jemanden bei der Befreiung zu verlieren, sitzt manchen Kindern im Nacken.

CAPNI (Christian Aid Program Nuhadra Iraq), die grösste christliche Hilfsorganisation aller Kirchen mit Hauptsitz in Dohuk, ist in Alarmbereitschaft: Sie hilft allen Hilfesuchenenden und hat bei der Regierung eine geschätzte Position, weil sie schnell und unbürokratisch vor Ort ist.
Von Erstaufnahme mit anderen Organisationen bis zur Suche nach Unterkunft Verteilung von Decken oder Medikamenten ist sie mit dabei. Und was zusätzlich geschätzt wird: Das Personal ist seelsorgerlich geschult, einfach und tröstend da.

Die nächsten Wochen steigt der Hilfs- und Spendenbedarf erheblich. Danke, wenn Sie daran denken...

BREAKING NEWS

The battle to liberate the city of Mosul started.

 

Intensive coalition air strikes and heavy shelling from Iraqi Army and Peshmarga started since Sunday evening against ISIS positions in the different front lines heading to Mosul.

 

Normally, such intensive bombing is followed by ground troops advance, may be this morning.

 

Liberating Mosul means the liberation of Nineveh Plains.

 

I will keep you updated on both: operations on the ground and humanitarian situation.

 

Let us pray

  • for the protection of innocent lives and civilians.
  • for political stability post ISIS which is the main challenge.
  • for the protection of the properties and infrastructure.

Best regards

 

Archimandrite Emanuel Youkhana

 

Tel. Iraq: +964-750-7427559

Tel. Germany: +49-6122-17645

Facebook: CAPNI - Christian Aid Program

www.capni-iraq.org

 


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Normales Leben unter ungewöhnlichen Umständen

Velotour rund um den Damm von Dohuk

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

Auch ein Pfarrer hat mal eine Pause.
Inmitten von Projekten, Anfragen und Aktionen gibt es da zwei wunderbare Möglichkeiten: Velofahren und Bergsteigen.

 

Das Schwimmen ist viel zu teuer: Der Eintritt ins Schwimmbad beträgt 10 Dollar, weil Wasser ein kostbares Gut hier ist.

Eine Velotour rund um den Damm von Dohuk ist nicht nur erfrischend durch die kühle Brise Wind inmitten der über 30 Grad, sondern auch begeisternd. Die geniale Wasserfarbe, die wunderbare Ambiance aus Bergmassiven und wüstensandähnlichen Böden bieten eine schillernde Naturlandschaft.

Dasselbe kann man auch spüren, wenn man eine Bergtour unternimmt. Die faszinierende Aussicht und die abwechslungsreichen Gesteinsformationen lassen ein «verwöhntes Schweizer Herz» höher schlagen!



Meine Wohnung mit Balkon

Im Team bin ich bereits «angekommen», wie die Tafel verrät. Ich darf schon helfen, das Picnic des kommenden Wochenendes mit vorzubereiten.

An diesem Wochenende soll die Befreiung Mossuls beginnen, um ein ISIS-freies Irak zu haben. Da ist es gut, wenn man ein sicheres Zuhause, ein «Dach über dem Kopf» hat und nicht hinaus muss.

Ich wohne in der Nähe des grössten Hochhauses von Dohuk (das 5-Sterne-Hotel Rixos), im Humanity-Haus.

 

Nach dem Eingang betritt man mit der Küche den ersten Raum des Hauses. Unten sind alle Büroräume, inklusive «my desk» (mit obligatorischem Rucksack).

Im ersten Stock befinden sich drei Gästezimmer. Eines davon bewohne ich. Es hat sogar einen Schrank für mich alleine.

 

Wenn ich auf den Balkon sitze, habe ich Ausblick auf die wunderschöne Bergwelt von Dohuk, allerdings ist die naheliegende ZAHKO Strasse einer der grössten Lärmverursacher im Viertel.


So viel für diese Woche…  

 

Herzliche Grüsse Andreas Goerlich


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Ökumene über Fussballplatz hinaus

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:


Am Sonntag, 2. Oktober, feierte ein reformierter Pfarrer aus der Schweiz erstmals zusammen mit seinem chaldäischen Kollegen in Zahk gemeinsam Gottesdienst (…er durfte ja sogar die Hostie austeilen…)


Abuna (Priester) Louay aus der Abbasidenkirche in Zahko gestaltete mit Pfr. Andreas Goerlich den Gottesdienst. Die Predigt wählte der Schweizer Pfarrer aus dem Johannesevangelium (DAS WORT).

 

Die interessierten Fragen nach dem Gottesdienst kamen zuhauf und auch die Komplimente. Spätestens an Weihnachten soll eine Fortsetzung stattfinden.


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