So schön, wenn der Ball im Netz zappelt!

Wie Jugendliche aus Mossul ihr Leben zurückerobern

 

Von Andreas Goerlich, Projektleiter vor Ort:

 

«Du könntest ruhig einen Pass geben», ruft Ahmad und schüttelt den Kopf. Gerade hat Ibrahim den Ball weit am Tor vorbeigeschossen.

Die Situation scheint alltäglich, alleine die Szenerie ist eine total andere: Ibrahim und Ahmad spielen auf einem selbst erstellten Fussballfeld im Screening Camp Qaymawa.

 

Dort versucht KHAIMA, Jugendliche und Kinder zu unterstützen, ihren Weg nach der Flucht aus Mossul wieder zu finden. Traumatisierte Kinder und

Jugendliche haben es schwer, «Pläne zu machen», daher lassen wir die Jugendlichen planen: Ihr Fussballfeld, ihr Turnier, die Mannschaften den Spielplan, die Preise.

 

Den meisten macht es Spass zu organisieren. Zaghaft fragen sie Khaima, ob ein Netz auch noch im Budget liegen würde… «Wissen Sie, es ist so schön, wenn der Ball im Netz zappelt»!


Die jungen Damen sind ganz traditionell in Mossul erzögen worden.

Süssigkeiten zubereiten, kochen, das ist ihr Metier – obwohl über 50% gerne auch Fussball spielen würden.

 

Manchmal sieht man begeisterte Gesichter (sie wollen sich nie fotografieren lassen), andere Male stehen sie planlos mit der Schüssel da und wissen nicht, was nun der nächste Schritt ist.

 

Das Leben zurückerobern Stück für Stück. Eine grosse Herausforderung für die Entkommenen. Und ein Geschenk, das sie auch mit uns teilen, hoffnungsvoll.


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